Häufige Fragen

Warum soll es denn nur noch eine Fahrspur geben?

In vielen Bereichen der Erlanger und Bismarckstraße sind es heute mindestens neun Meter Straßenquerschnitt. Nach der Umgestaltung würden viele Staßenabschnitte sind zu schmal werden, um neben Gehwegen, Radwegen, Parkflächen und Grünflächen mit Bäumen eine zweite Geradeausspur beizubehalten. Mehrstreifige Straßen sind für Fußgängerinnen und Fußgänger schwierig zu überqueren. Mit dem schnellen, sich gegenseitig überholenden Kraftfahrzeugverkehr ist eine sichere Querung für Fußgängerinnen und Fußgänger, insbesondere für ältere Menschen und Kinder, sehr erschwert und gefährlich. Im Quartier leben viele ältere Menschen, welche auf ausreichend breitere Gehsteige und sichere Querungsbreiten angewiesen sind.

Der Kraftverkehr wird durch die Reduzierung der Fahrspuren ausgebremst.

Nein. Im Zuge der Planungen der Stadt wurde eine verkehrswissenschaftliche Untersuchung durchgeführt. Dabei wurde nachgewiesen, dass durch die Umsetzung des Bebauungsplans keine Verschlechterung des Verkehrsflusses erfolgt. Sowohl in den morgendlichen als auch in den nachmittäglichen Spitzenstunden ist der Verkehrsfluss gegeben. Problematisch bleiben die Kreuzungsbereiche mit dem Freiheitsplatz und dem Wittelsbacher Ring, da hier jeweils andere große Straßen den Verkehrsfluss kreuzen. Das ist allerdings heute schon so und wird sich durch die Umsetzung der Planung wenig ändern. Die Ampelschaltungen werden aber aufgrund der tatsächlichen Verkehrsströme tageszeitabhängig optimiert werden.

Durch den Umbau auf einspurige Fahrbahnen werden Rettungsfahrzeuge behindert.

Nein. Auch nach dem Umbau beider Straßen haben Rettungsfahrzeuge immer Vorrang und alle anderen Verkehrsteilnehmenden haben diesen Platz zu machen. Kraftfahrzeuge müssen wie in vielen anderen Straßen (z.B. im ähnlich dicht befahrenen Nordring) zur Seite auf den Gehsteig, den Radverkehrs- oder Grünstreifen ausweichen. Darüber hinaus gibt es genügend Einfahrten, Abzweigungen und Parkplätze, auf die ebenfalls ausgewichen werden kann.

Die Müllabfuhr blockiert auf einspurigen Straßen den Kraftfahrzeugverkehr.

Durch eine organisatorische Anpassung der Abfuhrpläne der Müllabfuhr kann die Fahrt von Müllfahrzeugen im Quartier Erlanger und Bismarckstr. auf den Zeitraum außerhalb der Verkehrsspitzen gelegt werden.

An den Haltestellen Stadtfriedhof und Humboldtstraße hält der Stadtbus auf der einzig verbliebenen Fahrspur. Dadurch ist keine Vorbeifahrt am Bus möglich.

Das ist richtig. Insgesamt gibt es von fünf Haltestellen im Gebiet des Planungsgebietes zwei, an denen zukünftig keine Vorbeifahrt mehr möglich ist. Deshalb müssen an den Haltestellen Stadtfriedhof und Humboldtstraße die hinter den Bussen befindlichen Kraftfahrzeuge etwa 20 Sekunden hinter dem Bus warten, bis alle Fahrgäste ein- und ausgestiegen sind. Beide Haltestellen befinden sich jedoch kurz vor den ampelgeregelten Kreuzungsbereichen Freiheitsplatz und Wittelsbacher Ring. Hier können sie Dank der Grünanforderung durch die Busse an der Ampel der nächsten Kreuzung (Freiheitsplatz oder Wittelsbacher Ring) gleich in einem Schwung mit dem Bus weiterfahren und werden wieder beschleunigt.

Der Busverkehr wird durch die Einspurigkeit behindert. Insbesondere der neu eingeführte Halbstundentakt im Regionalverkehr aus Richtung Eckersdorf, Mistelgau, Hummeltal und Mistelbach wird hier ausgebremst.

Das ist so nicht richtig. Pro Stunde fahren pro Richtung insgesamt sieben Kurse der Stadtbuslinien 301, 305 und 309 über die Erlanger bzw. die Bismarckstraße, die jedoch Dank Busbeschleunigung und der verminderten Zahl an Busbuchten zukünftig sogar schneller und pünktlicher vorankommen. Damit wird der Umsteigeknoten ZOH zuverlässiger erreicht werden. Die Regionalbusse ins bzw. aus dem Bayreuther Umland fahren schon seit vielen Jahren über die Rathenaustraße zum bzw. vom Wittelsbacher Ring. Allein dieser zusätzliche Schwenk führt zu einer deutlichen Fahrzeitverlängerung, weswegen ein potenzieller Umbau der Erlanger oder Bismarckstraße weder negativ noch positiv ins Gewicht fällt.

Die Pendlerinnen und Pendler aus dem Umland sind auf diese Straßen angewiesen und kommen in Zukunft zu spät zur Arbeit.

Schon heute pendeln verschiedene Menschen aus dem Umland mit dem Auto, dem Fahrrad oder dem Bus nach Bayreuth. Durch den Umbau von Erlanger und Bismarckstraße werden Pendlerinnen und Pendler mit dem Fahrrad profitieren und Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Busfahrgäste keinen Nachteil erfahren. Unterm Strich also ein Gewinn für die Pendlerinnen und Pendler.

Durch die Umgestaltung fallen Parkplätze weg.

Die Stadt Bayreuth hat bei ihrer Planung darauf geachtet, dass in der Summe so gut wie keine Parkplätze wegfallen. Einige wenige Parkplätze (im einstelligen Bereich) werden bei der Umsetzung der Planung gestrichen. Neu hinzukommen werden Ladezonen für Geschäfte und Handwerksbetriebe. Ladezonen sollen über Nacht auch als Parkplatz für Anwohnerinnen und Anwohner freigegeben werden. Am Stadtfriedhof gibt es zukünftig sogar mehr Stellplätze.

Der Radverkehr wird schon heute sicher entlang der Mistel geführt. Weitere Radverkehrsanlagen sind nicht nötig bzw. werden nicht angenommen.

In erster Linie dienen die neuen Radverkehrsanlagen in der Erlanger- und der Bismarckstraße den Anliegerinnen und Anliegern der beiden Straßen und des dazwischen liegenden Wohnquartiers sowie der Luitpoldschule. Aus Richtung Innenstadt ist der Radweg an der Mistel keine Alternative um mit dem Fahrrad in das betroffene Wohnquartier zu kommen, da die Wege doppelt so lang sind und trotzdem die gefährliche Erlanger Straße ungesichert überquert werden muss. Durch die neuen Radverkehrsanlagen würden die Menschen im Quartier eine sichere und einfache Radverkehrsanbindung an die Innenstadt erhalten. Zusätzlich ist es auch möglich, aus Richtung der Altstadt in zügigem Tempo auf direkter Strecke in die Innenstadt zu kommen, wohingegen die Route an der Mistel deutlich langsamer wäre (auch aufgrund von Fußgängerinnen- und gängern, mit denen der Weg geteilt werden muss). Das Gegenteil ist also der Fall: Durch ein engmaschigeres Radverkehrsnetz würden deutlich mehr Menschen sicherer und auf direkteren Wegen mit dem Fahrrad unterwegs sein können.

Stadtauswärts sind in Erlanger- und Bismarckstraße bisher kaum Fahrradfahrerinnen und -fahrer unterwegs.

Das ist richtig, ist aber der momentan schlechten und unsicheren Infrastruktur geschuldet. Stadtauswärts müssen Fahrradfahrerinnen und -fahrer auf der zweispurigen Erlanger Straße den leider häufig überhöhten Geschwindigkeiten des Kraftfahrzeugverkehrs ausgesetzt sein, weswegen sie diese meiden oder leider regelwidrig auf dem Gehsteig fahren. In der Bismarckstraße gibt es keine legale Möglichkeit in stadtauswärtiger Richtung unterwegs zu sein, wodurch auch alle abzweigenden Nebenstraßen und die Luitpoldstraße nicht richtig mit dem Fahrrad angefahren werden können. Die Planung würde hier endlich ein zeitgemäßes und sicheres Angebot schaffen, welches dann auch angenommen werden würde. Ähnliche Umgestaltungen in anderen Städten haben bereits gezeigt, dass der Radverkehr in der Folge erheblich zugenommen hat.

Der Radverkehr muss in Bayreuth dringend verbessert werden. Dabei gibt es jedoch kritischere Situationen als in der Erlanger- und Bismarckstraße.

Es ist völlig richtig, dass es in Bayreuth zahlreiche Stellen gibt, an denen der Radverkehr dringend verbessert werden müsste. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Maßnahmen für den Radverkehr priorisiert werden sollten. Die Erlanger- und die Bismarckstraße müssen auf der Agenda weit oben stehen, da hier tödliche Unfälle passiert sind und der Handlungsbedarf aufgrund der Verkehrsbelastung besonders dringend ist. Damit befindet sich die städtische Planung auch im Einklang mit stadtplanerischen Erkenntnissen aus anderen Kommunen und dem städtischen Klimaschutzkonzept, welche den Umbau großer Haupteinfallstraßen als besonders wirksam zeigen und damit zur priorisierten Umsetzung empfehlen.

Die Stadt Bayreuth kann sich dieses Millionenprojekt nicht leisten. Das Geld sollte an anderer Stelle dringender eingesetzt werden, z.B. zur Sanierung der Schulen.

Die Sanierung der Bayreuther Schulen ist eine sehr dringende Aufgabe, keine Frage. Trotzdem kann eine Verkehrsraumumgestaltung nicht gegen Schulsanierungen aufgewogen werden, da beides aus unterschiedlichen Fördertöpfen finanziert wird. Die Stadt Bayreuth hat klar gemacht, dass sie den Umbau von Erlanger und Bismarckstraße nur mit ausreichender externer Förderung umsetzen kann. Eine solche Förderung ist zweckgebunden und kann nicht zur Schulsanierung eingesetzt werden. Die Förderung würde schon einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten decken.

Die Planung für sich gesehen ist gut, bleibt aber Stückwerk, denn am Freiheitsplatz und am Ring findet keine Fortsetzung statt.

Das stimmt natürlich im Falle der an den Freiheitsplatz angrenzendem Bamberger Straße. Viele Wohngebiete in der Altstadt sind aber über den August-Bebel-Platz oder die Funckstraße direkt oder sehr Nahe über den Freiheitsplatz an die geplanten Radverkehrsanlagen angeschlossen. Aus und in Richtung Innenstadt wäre die Bismarckstraße sofort über die Dammallee sehr gut angebunden. Auch in stadtauswärtiger Richtung könnten Fußgängerinnen und -gänger und Fahrradfahrerinnen und -fahrer von der kleinen Maxstraße über die Ampel am Ring die umgebaute Erlanger Straße gut und sicher erreichen. Bei einer Umsetzung würde die Planung für die Menschen im betroffenen Quartier zwischen Erlanger und Bismarckstraße sich also sofort positiv auswirken. Für die Bamberger Straße muss natürlich mittelfristig auch eine Fortsetzung geplant und umgesetzt werden.

Es gibt im Moment gar keine ausreichenden Fördermittel für ein Projekt in dieser Größenordnung. Die Planung kostet auch Geld und Ressourcen und wird vielleicht nie umgesetzt.

Es ist richtig, dass es im Moment kein geeignetes Förderprogramm zur Umsetzung gibt. Die Erfahrung mit Förderprogrammen der letzten zehn Jahre ist, dass Bund und Länder oft sehr kurzfristig große Fördertöpfe zur Verfügung stellen. Die Kommunen können diese jedoch aufgrund mangelnder Vorratsplanung nicht abrufen. Die Stadt Bayreuth wäre mit der vorliegenden Planung bestens für ein zukünftiges Förderprogramm gerüstet und könnte hier von einer externen Finanzierung profitieren.

Der erste Planentwurf der Stadt ist ja noch in Ordnung gewesen. Mit der überarbeiteten Planung wurden die Belange der Nachbarkommunen weiter übergangen.

Auch der erste Planentwurf ist bei vielen Gegnerinnen und Gegnern nicht unbedingt auf Zustimmung gestoßen. Im Rahmen des Planungsprozesses wurden weitere Verberesserungen aufgrund von Planungshinweisen von verschiedenen Seiten eingearbeitet. Unter anderem wurden die Fußwege verbreitert, da diese für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator weiter verbessert werden müssen. Auch in verschiedenen anderen Bereichen konnten Verbesserungen  erreicht werden, im Bereich der Sicherheit an Kreuzungen, Querungen und Bushalten, der Lage und Anzahl von Parkplätzen und Ladezonen.

Der Landkreis wurde nicht in die Beteiligung der Stadt eingebunden.

Alle Landkreis-Kommunen wurden fachlich um Stellungnahmen gebeten. Diese konnten eingebracht werden. Zusätzlich gab es von Seiten der Stadt einen Austausch auf politischer Ebene mit dem Landrat. Ebenso wurde das Thema im Regionalausschuss besprochen.